DM9MM: KX3 in „Man made noise“ Umgebung

Es gibt leider viele Vorbehalte gegenüber dem KX3, ein paar Zeilen will ich gerne schreiben (als reiner Praktiker) und zwei Bilder anhängen.

Den Bericht habe ich auch auf meine qrz.com-Seite unten angehängt http://www.qrz.com/db/DM9MM

Michael, DM9MM,

Wegen vieler Fragen zum Einsatz und Betrieb des Elecraft KX3 trx, hier mein kleiner Praxisbericht, ohne weitere Gerätebeschreibung und meßtechnischer Vergleiche, die durch einschlägige Berichte hinreichend bekannt sind.

Seit Ende 2012 arbeite ich mit dem KX3 (SN 2500er mit KXFL3 Dual Bandit Roofing Filter Modul als einziger Nachrüstoption) als Portabel- und auch als vollwertiger Heimstation mit 250w (30V) Transistorendstufe überwiegend in SSB. Daneben sind ein 1980-SWAN 9MHz analoger Einfachsuper trx und ein YAESU ft-817nd im Einsatz.

Die besondere Situation in meiner QTH-Großstadtlage ist ein konstant hoher Man-made Noise level von S 8-9 auf 40m, entsprechend mehr auf 80 und 160m, dazu ein Prasselimpuls von einer größeren Photovoltaikanlage in nur 15 m Entfernung.

Der KX3 erfüllt meine Erwartungen an optimale Noisblanker- und Filterfunktionen für einen sehr ruhigen und klaren Empfang höher als erwartet. Auch sehr schwacher Nutzsignale sind gut zu lesen, da das hohe Grundrauschen deutlich reduziert wird, bei hoher Signalempfindlichkeit . Das Solarprasseln ist durch den NB vollständig ausgeblendet, ohne feststellbare Verschlechterung der Audioausgabe.

Insbesondere die letzte Firmware Revision, MCU 01.50 (May 28 2013) und DSP 01.21 haben nochmals deutliche Verbesserungen gebracht mit den erweiterten AGC-Einstellungen für Empfang und deutlich verbesserten Algorithmen für die SSB-Modulation mit verbessertem ‚punch‘. Neben sehr guten Modulationsrapporten im DL-/Europaverkehr ist die SSB-DX Signalverbesserung im dicksten Pile Up  ganz überragend. Das verzerrungsfreie Modulationssignal wird deutlich stärker wahrgenommen als es der entsprechenden Ausgangsleistung entspricht.

Für die Audioausgabe verwende ich PC-Aktivboxen mit hoher Linearität und gleichzeitig über einen Audiosplitteradapter ein Sennheiser Headset, sowohl als getrennt regelbaren Kopfhörer, als auch für die Mikrofoneingabe über einen Stereo-Monoadapterstecker, was eine etwas höhere Eingansspannung liefert. Die ursprünglich etwas schwache Mikrofonverstärkung des KX3 ist inzwischen optimal verbessert, wie auch die anfänglich in seltenen Empfangssituationen aufgetretenen Spiegelfrequenzsignalsplatter von starken Rundfunksendern nicht mehr auftreten. 

Die überragenden CW-Eigenschaften und Portabeleigenschaften des KX3 sind unbestritten, was ich auch aus meiner Praxiserfahrung bestätigen kann. Die sehr vielfältigen Bedienfunktionen sind gut und intuitiv gegliedert. Der VFO-Knopf angenehm und ausreichend dimensioniert, die kleinen Drehknöpfe habe ich inzwischen in Metall-/Kunstoffkombination mit angenehmer Haptik ausgetauscht.

Ein sehr wertvolles Plus dieses SDR-Gerätesdesign ist nicht nur die Gerätesteuerung über PC, sondern auch die Panadapteroption. Diese nutze ich an einem einfachen Laptop mit dem Freewareprogramm NaP3 über ein 192 kHz Audiointerface.

Die grünen Bereiche zeigen deutlich den hohen Noiselevel.

ManMadeNoisedm9mm